Toxisorb® FAL-Abprüfung
In vitro Studien zur Bewertung von Mykotoxin-Detoxifikationsmitteln
Susanne Döll, Sven Dänicke, Hana Valenta und Gerhard Flachowsky
Aus der Literatur ist bekannt, dass verschiedene Adsorbentien in der Lage sind, einige Mykotoxine mehr oder weniger zu binden. Diese Fähigkeit wird unter anderem auch einigen kommerziell erhältlichen Produkten nachgesagt. In dieser Studie wurden verschiedene Detoxifikationsmittel auf ihre Fähigkeit zur Zearalenon (ZON)- und Deoxynivalenol (DON)- Adsorbtion in vitro geprüft.
Das angewandte in vitro Modell simulierte die in vivo Bedingungen (pH, Temperatur, Passage Zeit) des Gastrointestinaltraktes des Schweins. Die Detoxifikationsmittel wurden 10 Stunden lang in einem mit ZON und DON versetzten Puffer in einem beheizten Wasserbad inkubiert. Die Konzentrationen wurden so gewählt, dass das Verhältnis einer Futtermittelkontamination von 1 mg/kg ZON, 10 mg/kg DON und 0,025% Detoxifikationsmittel in der Futter-mischung entspricht. Im Anschluss an den in vitro Durchgang wurden die Proben zentrifugiert, um die Detoxifikationsmittel mit den daran gebundenen Mykotoxinen vom Überstand mit den darin gelösten, nicht gebundenen, Mykotoxinen abzutrennen. Der Überstand wurde der Mykotoxinalanalyse zugeführt. ZON und DON wurden mittels HPLC bestimmt.
Um die Fähigkeit der Detoxifikationsmittel zur Adsorbtion von ZON und DON zu prüfen, wurden diese jeweils in 4 Wiederholungen dem in vitro Experiment unterzogen. Bei jedem in vitro Experiment wurden 2 Proben des mit Mykotoxinen versetzten Puffers (Toxin-Kontrolle) und eine Probe unversetzten Puffers (Null-Kontrolle) mitgeführt. Die Adsorbtion von ZON und DON der verschiedenen Detoxifikationsmitteln wurde aus der Differenz der Toxingehalte in den Toxin-Kontrollen und dem Überstand der jeweiligen in vitro Proben errechnet. Weiterhin wurde zur Kontrolle Cholestyramin, ein Ionenaustauscherharz, welches in der Humanmedizin zur Regulierung des Cholesterinspiegels eingesetzt wird, ebenso wie die Detoxifika-tionsmittel geprüft, da hierfür eine hohe Affinität gegenüber ZON bekannt ist.
Die experimentellen Ergebnisse zur Adsorbtion von ZON und DON der verschiedenen Detoxifikationsmittel sind in der Abb.2 dargestellt. Unter den gegebenen Bedingungen konnte das Ionenaustauscherharz Cholestyramin ZON fast vollständig adsorbieren. Von den kommerziell erhältlichen Detoxifikationsmitteln zeigte lediglich Toxisorb eine ZON Adsorbtion von über 50%. Die DON Adsorbtion war für alle getesteten Produkte niedrig und unterlag großen Schwankungen, was auf ein schlechtes Adsorbtionsvermögen hinweist.
Die dargestellten Ergebnisse zeigen lediglich das Adsorbtionsverhalten unter den hier angewandten in vitro Bedingungen. Aus diesem Grund sind Untersuchungen in vivo notwendig, um Aussagen zur Effektivität des Einsatzes dieser Detoxifikationsmittel in der Tierernährung treffen zu können.
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