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Anwendermeinung zum grundsätzlichen Einsatz von natürlichen Heilerden wie heimischen Bentoniten in der Pferdefütterung

Aus:
Starke Pferde
Internationales Magazin zur Förderung  der Arbeit
mit Pferden und anderen Zugtieren
Ausgabe Nr.  55, Sept.-Nov. 2010, Seiten  8-9


Leserbrief zum Thema:  Bentonite gegen Mauke?


Sehr geehrte Frau Vanselow,

meine achtjährige Kaltblutstute Saskia hat Probleme mit Raspe. Als Belgisches Kaltblut (Fleischproduktion) war sie nicht gewohnt, vom Arzt behandelt zu werden, besonders nicht an den Beinen. Dem Doc war deshalb eine Behandlung nicht möglich. Die zum Teil offenen Stellen konnten wir durch Futterumstellung in den Griff bekommen. Jetzt habe ich in der Starke Pferde Nr. 52 von Ihren Erfolgen mit Bentonite gelesen. Durch die Verabreichung dieser Tonmineralien erhoffe ich mir weiter Besserung. Eine Schädigung meines Pferdes möchte ich natürlich verhindern. Nun fehlen mir Angaben über die Dosierung meiner 860 kg „leichten" Stute.
Über eine Mitteilung, in welcher Größenordnung ich die Bentonite zufüttern darf, würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen, T.H.,  41844 Wegberg
Sehr geehrter Herr H.,
ich habe die Bentonite zwischen 20 und 80 g pro Tag und Tier gefüttert, je nach Gewicht und Symptomatik.
Dabei habe ich zwei verschiedene Bentonite (polar und apolar bindend) 50:50 gemischt und versucht, möglichst viele Gifte raus zu fischen.
Mein Nachbar hat einen Ardenner und einen Schleswiger. Er hat im Herbst letzten Jahres mit 30 g und 30 g Bentonite plus 45 g Bierhefe pro Tag und Tier angefangen und hat dann bei Heufütterung im Endeffekt insgesamt 20 g Bentonite pro Tag und Tier benötigt, um symptomfrei zu bleiben. Jetzt auf Gras, sagt er, musste er auf 50 g Bentonite pro Tag und Tier erhöhen, um den gleichen Effekt zu erhalten.
Bitte das staubtrockene Tonmineral-Pulver nur feucht füttern! Im Sack sind Bentonite nicht teuer, im Döschen allerdings zu Apothekerpreisen zu haben.
Es gibt Leute, die behaupten, Bentonite in dieser Dosierung könnten Sandkoliken auslösen. Solange die Tiere die für Magen- und Schleimhäute absolut notwendigen Mengen an Raufutter aufnehmen können, sehe ich da keine Gefahr. Auch nach vielmonatiger Fütterung habe ich noch von keinem Pferdehalter derartige Beobachtungen gehört. Bei Milchvieh wurde nach Tschernobyl zur Bindung radioaktiver Stoffe etwa ein Jahr lang pro Kuh und Tag 500 g Bentonit ins Futter gemischt - ohne negative Folgen für die Kühe: weder Verdauungsprobleme noch Mineralmangel.  Bentonite enthalten übrigens auch viele Mineralien.
Ein Problem sehe ich prinzipiell, sobald die Pferde nach Rohfasern hungern: Dann fressen sie nicht nur Holz und derbe Stengel giftiger Pflanzen, sondern dann besteht immer die Gefahr von Schleimhautentzündungen und Geschwüren in Magen und Darm. Das Lecken von tonhaltigem, lehmigem Boden ist dann der Versuch des Tieres, die ätzenden Stoffe und Gifte zu binden. Woher dann die Kolikschmerzen kommen, und ob gefundenes Tonmineral (nicht Sand!) der Auslöser oder Begleiterscheinung der Erkrankung durch einen eklatanten Fütterungsfehler ist ...? Fütterungsfehler (zu wenig Heu, rationiertes weil zu energiereiches Heu) müssen sofort abgestellt werden und dürfen niemals durch (Gift-) Bindemittel vertuscht werden. Wer nicht an energiearmes Heu herankommt, kann Futterstroh ergänzen oder Heu und Stroh zusammen aufgeschüttelt in engmaschige Heunetze geben.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Renate Vanselow

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